Hier miterleben:
Die dramatische Flucht der Familie Danin

Schon 3.000 Menschen sind bei der Überfahrt im Mittelmeer in diesem Jahr ertrunken. Familie Danin hat überlebt!

Nach über 3.500 km und 14 Tagen Angst haben Mutter und Söhne, Nichten und Neffe endlich Zuflucht gefunden - in unserer Johanniter-Notunterkunft in Rosdorf bei Göttingen. Wir haben sie gefragt, ob sie uns etwas über ihre Flucht erzählen. Die dramatischen Berichte von vier Familienmitgliedern und den Weg der Flüchtlinge können Sie hier miterleben - mit einem Klick in die untenstehende Karte.
Stationen einer Flucht

Mutter
Mayassar Danin (49)

Sohn
Modar Danin (11)

Neffe
Mohammad Danin (17)

Nichte
Aya Danin (19)
Klicken Sie auf die Stationen, um mehr zu erfahren.

1. Tag: Idlib/Syrien




Nächtliche Fassbombenabwürfe auf Wohngebiete, gezielte Raketenangriffe auf Krankenhäuser und Schulen, Giftgaseinsätze gegen unschuldige Menschen. Durch die andauernden Kämpfe zwischen islamistischen Milizen und syrischer Armee beherrschen in der Provinzhauptstadt Idlib Gewalt und Terror den Alltag.

Nach fünf Jahren Krieg ist Familie Danin am Ende ihrer Kräfte. Ihr Zuhause liegt in Trümmern, ihre Hoffnung auch. So lange haben sie ausgehalten, jetzt geht es nicht mehr. Gemeinsam beschließen sie, zu fliehen – trotz aller Gefahren.

Eine Woche dauern die Vorbereitungen, dann geht es los. Ihr Ziel: Deutschland.

2. Tag: Türkei




Familie Danins Plan ist es, zunächst in die Türkei und dann über die Balkanroute nach Deutschland zu gelangen. Doch damit stehen sie bereits vor der ersten großen Hürde: Die türkische Regierung hat ihre 911 km lange Grenze zu Syrien bereits im Juli 2012 geschlossen. Weil sie seitdem durch Wälle, Zäune und Gräben immer weiter befestigt wird, scheitert die Flucht vieler Flüchtlinge bereits hier.

Familie Danin hat es durch die Türkei geschafft. Wie, erfahren Sie im Video.

4. Tag: Izmir/Türkei




Aus Angst vor Bomben und Terror sind mittlerweile rund vier Millionen Syrer über die Grenze geflohen. Sie wünschen sich nicht sehnlicher, als von dort schnellstmöglich über Flüchtlingsrouten nach Europa in Sicherheit zu gelangen. In der türkischen Hafenstadt Izmir scheint dieser Wunsch, mit der griechischen Insel Kos in Sichtweite, plötzlich zum Greifen nahe. So geben die Flüchtlinge ihr letztes Hab und Gut, um den horrenden Preis der Schlepper für eine Überfahrt aufzubringen – und bezahlen nicht selten mit dem Leben.

Familie Danin hat „Glück”: Ihr Boot kentert nicht. Doch die Erinnerung an die vielen schreienden und weinenden Kinder und die eigene Todesangst werden sie nie vergessen.

5. Tag: Griechenland




Ohne ein Dach über dem Kopf, eisigen Temperaturen und Regen schutzlos ausgesetzt, dazu Tage ohne Wasser und Nahrung, keine Möglichkeit sich zu waschen – viele Flüchtlinge werden unterwegs krank. Durchfall, Mangelernährung und jetzt im Winter vor allem Erkältungen und Atemwegsinfektionen setzen den Flüchtlingen zu.

Auch Familie Danin musste in Griechenland ein Krankenhaus aufsuchen. Für sie zum Glück nur ein kleiner Zwischenfall, doch für viele entkräftete und geschwächte Flüchtlingskinder kann eine Erkrankung eine tödliche Gefahr sein.

8. Tag: Mazedonien





Manche Familien sind bereits seit Wochen oder Monaten auf der Flucht. Bis zur Erschöpfung laufen sie durch Wiesen und Wälder, mit schmerzenden Beinen und blutigen Blasen an den Füßen. Wenn die Nacht kommt, bleibt meist nur ein notdürftiges Lager auf dem nackten, kalten Boden, bevor es am Morgen weiter geht.

Dann zeugen nur die zu dutzenden entlang der Flüchtlingsroute liegenden durchgelaufenen Schuhe davon, welch unglaubliche Anstrengung Menschen wie Familie Danin auf sich nehmen, um der Hölle des Krieges zu entfliehen.

10. Tag: Serbien




In Serbien ist die Lage für Flüchtlinge sehr schwierig. Die Asylunterkünfte sind übervoll, Menschen müssen auf der Straße schlafen. Ohne die Hilfe Freiwilliger würden jetzt im Winter viele Flüchtlinge vermutlich erfrieren. Mit Hilfe von Seiten der Behörden können sie nicht rechnen – im Gegenteil, Familie Danin musste sich vor der Polizei in den Wäldern verstecken und ausharren, bis sie im Schutz der Nacht weiter konnte.

11. Tag: Ungarn




Die Grenze zwischen Ungarn und Serbien war bis Ende September zeitweise komplett abgeriegelt – durch einen Zaun und Stacheldraht. Einige Flüchtlinge haben es kurz vor der völligen Schließung gerade noch geschafft, in die EU zu gelangen.

Doch ihr Alltag bleibt gefährlich. Immer öfter werden Flüchtlinge das Ziel von Überfällen. Auch Familie Danin wurde ausgeraubt und bedroht.

12. Tag: Ungarn/Österreich




Bevor Ungarn seine Grenzen dicht machte, war das Land für viele Flüchtlinge eine wichtige Durchgangsstation. Hatte man es erst bis hierhin geschafft, stand einer Weiterreise ohne Grenzkontrollen scheinbar nichts mehr im Weg. Dennoch waren es über 700 km bis nach Deutschland. Die Not der Flüchtlinge rief viele Schlepper auf den Plan: Gleich hinter der Grenze warteten sie nur darauf, möglichst viele Menschen gegen möglichst viel Geld in Autos, LKW und Kastenwagen zu quetschen – oft ohne jegliche Luftzufuhr. Viele überlebten diese Tortur nicht.

Auch Familie Danin entkam dem Tod nur knapp.

14. Tag: Rosdorf/Deutschland



Von Passau ging es über München zur Registrierung nach Hannover und über Friedland schließlich weiter in die Notunterkunft der Johanniter in Rosdorf bei Göttingen. Zum ersten Mal nach so langer Zeit voller Angst, Schmerzen und Hoffnungslosigkeit waren sie in Sicherheit!

Insgesamt hatte die Flucht nur 14 Tage gedauert – eine Ausnahme. Die meisten Flüchtlinge haben Monate der Entbehrungen hinter sich, wenn sie in Deutschland ankommen. Sie sind am Ende ihrer Kräfte, zutiefst traumatisiert und unendlich dankbar, nun Hilfe zu bekommen. Aus diesem Grund hat sich Familie Danin dazu bereit erklärt, uns ihre Geschichte zu erzählen. Um aus ganzem Herzen „Danke” zu sagen. Ihre ergreifenden Worte und was sich die Familie für die Zukunft wünscht, sehen Sie im Video.

So helfen Sie den Flüchtlingen

420 €

Mit 420 € schenken Sie einer syrischen Flüchtlingsfamilie ein Winter-Nothilfepaket.

230 €

Mit 230 € finanzieren Sie einer Flüchtlingsfamilie einen einmonatigen Deutschkurs.

Ihr Betrag

Helfen Sie Flüchtlingen mit einem Betrag Ihrer Wahl.
Jede Spende zählt!